| Kunde | Kleine Freiheit |
| Entstehungsjahr | May 2006 |
| Leistungen | Alles |
November 2005: Die Kleine Freiheit am alten, brachliegenden Güterbahnhof in der Osnabrücker Innenstadt öffnet die Türen. Das ehemalige Kantinengebäude der Bahn wurde mit einfachsten, rudimentären Renovierungsmaßnahmen der ortsansässigen Indieszene mit dem Ziel, die Lücke in der Partylandschaft im Bereich ›Laute Gitarrenmusik‹ zu schließen und ein bekannter nationaler Live-CLub zu werden, zugänglich gemacht. Und das mit anhaltendem Erfolg.
Schnell verstärkte sich – nach anfänglicher homemade Kommunikation – der Wunsch der Betreiber nach einer homogenen Erscheinung und Kommunikation nach außen, um die eigene Position zu festigen und der Flyerwut zwischen Eigenwerbung und Fremdveranstaltung ein schnelles Ende zu bereiten.
Die finanziellen Mittel für die Kommunikationsbemühungen hielten sich in Grenzen, was aber weitgehend mit dem einfachen Interieur, dem gesamten Flair des Güterbahnhofs und den zuvor gemeinsam mit den Auftraggebern festgelegten Werten einfach, underground, günstig, prägnant und anders einhergeht und diese unterstreicht.
Die Zielgruppe scheint klar, der Laden läuft gut. Dennoch: Wie schafft man es, ein Kommunikationskonzept für einen Untergrund-Club zu entwickeln, das nachhaltig funktioniert, auch nach Monaten nicht an Kraft und Spannung verliert und zudem prägnant, innovativ und einzigartig im Osnabrücker Nachtleben (und bei Bands, Veranstaltern sowie natürlich den Konzertbesuchern) daher kommt?
Unsere Lösung: Die visuelle Erscheinung basiert auf einem Programm, welches den Benutzern keine Befehle erteilt, sondern sie als kreative Benutzer der Gestaltung auftreten lässt und zudem die Werte visuell unterstreicht.
Die Beschränkung auf die Farben Weiß, Schwarz und einem rostigen Orange transportiert in erster Linie Einfachheit und Prägnanz. Ein hoher Schwarzanteil schien uns zum einen angemessen, da es sich um eine nächtliche Sache dreht und deckt sich mit den durchgehend schwarzen Wänden im Inneren. Als wichtiger Parameter kommt eine etwas modifizierte breitlaufenden Monospace-Schrift zum Einsatz: Die Courier wurde um einen mageren und einen fetten Schnitt sowie um neue Ziffern erweitert. So wirkt sie schön plump und ruppig.
Weitere Parameter sind die konsequente Großschreibung und ein simples sieben-spaltiges Raster im Hintergrund. Irritierend mögen die sinnlosen Umbrüche innerhalb des Rasters erscheinen – in unseren Augen schafft aber gerade dieses einen Bemerkenswert im Zusammenhang mit Schrift, Rasterung und Farbklang.
Besonders im doch eher vergnüglichen Nachtleben lässt sich solch eine Irritation bestens verkraften, schließlich hat der Mensch eine höhere Wahrnehmungsfähigkeit als nur zu lesen.
Neben den weiteren Kommunikationsmitteln, unterstützen die Beschriftungen im und am Club die grundlegende programmatische Idee. Das Logo wird gleichberechtigter bzw. sogar untergeordneter Teil der Gesamterscheinung, und es entsteht eine eigenwillige visuelle Sprache.
Wurden anfangs noch etliche Din-A7-Flyer zu den einzelnen Veranstaltungen gedruckt, reduzierten wir die zukünftige Kommunikation auf ein monatliches Programm. Ein kleines Plakat mit monatlich wechselndem Bildmotiv und rückseitigem Kalender wird auf Din A7 herunter gefalzt, so dass ein handliches Format entsteht und zudem (durch die Falzung) die Programmübersicht strukturiert wird. Gedruckt wird auf dünnem Naturpapier mit Schwarz und einer Sonderfarbe.
Die Ausnahme: Zwei Bespiele für Handzettel zur Bewerbung von Sonderveranstaltungen, die aber ohne Logo, sprich nur durch das visuelle Programm funktionieren und dennoch die Kleine Freiheit als Absender erkennen lassen.
Die 10-Euro-Flüssigschein muss der Gast an der Kasse bezahlen und lässt sich den Getränkepreis an der Theke bei der Bestellung abstreichen. So gibt es während des Disko-/Live-Betriebs weniger Probleme mit Wechselgeld und das Personal kann schneller bedienen. Um die Fälschungssicherheit der Flüssigscheine zu gewährleisten, ist der Schriftzug Kleine Freiheit geprägt.
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